Der Pirschlehrgang des Ökologischen Jagdvereins Saarland e.V. (ÖJV Saarland) am 3. Mai 2026 bot eine ausgewogene Mischung aus theoretischem Wissen und praktischer Anwendung und richtete sich sowohl an erfahrene Jäger als auch an weniger geübte Pirscher. Gerade dieser Erfahrungsmix erwies sich als besonders wertvoll, da ein intensiver Austausch zwischen den Teilnehmern stattfand. Erfahrene Pirscher konnten ihr Wissen aus der Praxis weitergeben, während weniger Erfahrene gezielt Fragen stellten und von den unterschiedlichen Herangehensweisen profitierten.
Im theoretischen Teil wurden zentrale Grundlagen der Pirsch vertieft. Dazu gehörte neben dem richtigen Verhalten im Revier auch der sinnvolle Einsatz von Hilfsmitteln. Besonders hervorgehoben wurden Zielstöcke, die ein sicheres Ansprechen und Schießen ermöglichen, sowie moderne Technik wie Wärmebildgeräte und Entfernungsmesser. Die Teilnehmer diskutierten nicht nur die Vorteile dieser Ausrüstung, sondern auch deren Grenzen und den verantwortungsvollen Einsatz im jagdlichen Alltag.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Vorbereitung der Pirsch. Dabei wurde deutlich, wie wichtig eine genaue Kenntnis des eigenen Revieres ist. Wildwechsel, Einstände und Geländeformen müssen vertraut sein, um sich sicher und erfolgreich bewegen zu können. Diese Aspekte wurden anschaulich besprochen und durch Beispiele aus der Praxis ergänzt.
Im praktischen Teil des Lehrgangs stand die Umsetzung im Gelände im Vordergrund. Hier zeigte sich, wie anspruchsvoll die Pirsch tatsächlich ist. Besonderes Augenmerk wurde konsequent auf die Sicherheit gelegt: „Stimmt der Kugelfang? Gibt es potentiell ablenkende Hindernisse? Wer oder was könnte durch eine Schussabgabe gefährdet werden?“ Die gestellten Situationen wurde kritisch beurteilt und ein Schuss nur dann als vertretbar angesehen, wenn Sicherheit gewährleistet war. Der Ausbilder Udo Lenz machte deutlich, dass es keine Kompromisse geben darf.
Ein prägender Leitsatz, auf den sich alle Teilnehmer einigen konnten, war: Sicherheit steht immer an erster Stelle – noch bevor man überhaupt daran denkt, den Finger zu krümmen. Dieses Bewusstsein zog sich durch den gesamten Lehrgang und wurde sowohl theoretisch als auch praktisch immer wieder betont.
Insgesamt war der Pirschlehrgang eine lehrreiche Erfahrung, die nicht nur technische Fähigkeiten vermittelte, sondern vor allem das Verantwortungsbewusstsein schärfte. Der offene Austausch zwischen den Teilnehmern sowie die klare Fokussierung auf Sicherheit und Revierkenntnis machten die Veranstaltung besonders wertvoll.

